Glück gehabt!!!


Der heutige Tag sollte uns nochmal in den Nordwesten führen. Genauer gesagt nach Akranes auf einer Halbinsel oberhalb von Reykjavik. Vorhergesagt war wechselhaftes Wetter mit sonnigen Abschnitten, die fehlten aber auf der Hinfahrt nach Akranes entlang des längsten Fjord der Südwestküste Islands.


Hier mal wieder ein kleiner Wasserfall und die Grundmauern einer ehemaligen Siedlung. Weiter konnte man leider nicht gucken und auf dem nächsten Bild sieht man auch nicht mehr.


Zwischendurch gab es immer mal kleinere Schneeschauer, doch als wir dann unser erstes Ziel erreichten, klarte es ein wenig auf. 

Wir hatten Glück und Hilmar der Leuchturmwärter hat uns mit einer Gruppe Franzosen den Leuchturm gezeigt und uns hinauf gelassen. 





Von oben hatte man einen tollen Blick über die ganze Landzunge. 





Von Akranes ging es dann wieder zurück durch die Hauptstadt. Schließlich wollten wir noch ein bisschen isländische Aktivität erleben. Und da wir Schlammtöpfe noch gar nicht auf dem Programm hatten, wollte ich mit Susanne noch nach Krysuvik über die 42. Krysuvik steht für geothermische Dampf-, Schwefel und Schlammquellen. 

Also, gesagt, getan! 

Wir hatten morgens schon gesehen, das die Straße mit violett gekennzeichnet war. Der Wortlaut für eine violette Straße lautet kurz: "Difficult Driving", ok, dachte ich mir, das sollte zu schaffen sein, wenn man es langsam angehen lässt. Das war bereits das erste Problem...

Wir fuhren also von Reykjavik kommend die 42 entlang, als die Straße abzweigte, wir aber geradeaus mussten, war da keine Straße mehr im herkömmlichen Sinn. Es war nix geräumt aber die Schilder sagten uns, das wir hier richtig sind. Ein weiteres Schild wies darauf hin, das wir jetzt auf Schotter fahren. OK, den hat man eh nicht unter dem Eis gesehen, also was soll's. An der Abzweigung mussten wir einen Berg hoch. Das ging im ersten Anlauf schon mal schief. Also vorsichtig gedreht und den Berg dann mit ein wenig Anlauf genommen. 

Ich glaube, das wir das nicht auf Anhieb geschafft haben, war ein Zeichen... es kam noch viel schlimmer!











Es  hat so gestürmt, das man die Straße überhaupt nicht mehr gesehen hat. Die Sicht betrug vielleicht 2m, also gerade über die weiße Motorhaube hinweg. Blöd nur, das der Schnee, der uns entgegen stürmte die gleiche Farbe hatte.

Ich wollte nur noch den Berg hoch und als wir das endlich geschafft hatten, konnte ich ein wenig aufatmen. Das habe ich dann erst auf einem Parkplatz auf dem Berg getan. Die Türen hat man aber kaum aufbekommen, weil der Wind hier mit ungeheurer Kraft gegendrückte. Zwischen zwei Boen war es dann doch möglich und einmal draußen, wollte man möglichst schnell wieder ins Auto. Die Temperatur lag nur bei etwa -1 Grad, aber der Wind hat es so viel schlimmer gemacht.

Also schnell wieder rein ins Fahrzeug und weiterfahren. Immer noch auf einer dicken Schicht aus festgefahrenem Schnee und Eis. Dann kam die schlimmste Passage: Spurrillen von ca. 15-20 cm Tiefe. In der Mitte eine feste Eiskruste. Nebenherfahren war nicht möglich! Es hat geschabt und gekratzt und ich habe nur gehofft, das wir genug Schwung hatten und über die Eisschichten drüber hinweg kommen. Irgendwann haben wir dann ein Auto gesehen, das uns entgegen gekommen ist, an einer etwas breiteren Stelle ohne Spurrillen habe ich angehalten und den anderen Wagen durchgelassen. Nach einem kurzen Handzeichen hielt er an und ich habe mich nach den weiteren Zustand des Weges erkundigt. Er meinte, das es nach ein paar Hundert Metern aus seiner Richtung besser wird, und so war es dann auch. Alles was dann noch kam, war nichts, im Vergleich zu dem was wir da schon gefahren sind. Der Fahrer hatte übrigens einen Land Rover, also für ihn wirklich kein Problem, schlimmer hatte es da schon der Japaner mit seinem Toyota Yaris. Ich hoffe, er hat es geschafft!

Die Langfassung der violetten Beschreibung ist übrigens diese hier: Road surface partially or completely covered with a 10-20 cm layer of loose or lightly packed snow and/or occasional small snow drifts and road conditions unsafe for all except vehicles with Four-Wheel-Drive. 

Schlussendlich sind wir dann doch noch an die Schlammtöpfe gekommen und es hat bestialisch gestunken. Hier ein paar Eindrücke von Krysuvik, oder besser dem Feld Seltún, wo man schon früher den Schwefel gesammelt hat um daraus Pulver herzustellen.







Im Anschluss sind wir ganz entspannt auf die 427 gefahren, die wir ja schon von vorgestern kannten. Das ist die wirklich schöne Strecke entlang der Südküste. 

Nach dem Schreck mussten wir uns erstmal stärken und so ging es in ein Kaffee, wo es auch eine leckere Hummersuppe (für mich), bzw. einen Lammeintopf für Susanne gab.  



Wir sind dann weiter auf der Küstenstraße geblieben und nochmal zum Brimketill gefahren. Das war die Stelle, wo am Montag die großen Wellen so heftig gegen die Insel geschlagen sind, das man auf den Steg gar nicht gehen konnte. Die Wellen waren heute zwar nicht so Hochzeit am Montag, aber der Wind hat sein übriges beigetragen. 





Jetzt war ich wieder Pitschenass und wir wollten eigentlich direkt nach Hause fahren, mussten aber noch einen kleinen Umweg einbauen. Wir dachten hier steht eine Energiefabrik, aber nein, es ist der größte Schlammtopf oder heiße Quelle aktuell auf Island. Der Krater soll 20 m groß sein, aber das hat man aufgrund des daraus brodelnden Wassers nicht gut erkannt. 





Das gesamte Gebiet ist nach einem Geist Namens Gunna benannt: Gunnuhver Hot Springs

Von da gab es dann noch schnell einen Abstecher zu einem Leuchtturm und einem tollen Küstenabschnitt Namens Valahnúkamöl. 





Skulptur eines ausgestorbenen Großen Alks



Und dann ging es wirklich zurück in die Gvendargeisli 2 in Reykjavík. 

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